IAA-Premiere: Neufassung des MAN eTGX
Nach der IAA-Vorpressekonferenz im Juli hat sich MAN die Premiere des „New eTGX“ für den Messeauftritt in Hannover aufgespart. Markant sind ein neues aerodynamisches Design, ein Tiefsichtfenster in der Beifahrertür und eine neue Topmotorisierung mit 440 kW. Im Fall einer 6×2*4-Sattelzugmaschine ist nun außerdem ein siebtes Batteriepaket möglich (vorher nur für Langchassis zu haben), mit dem die Gesamtkapazität auf 644 kWh wächst.
Das Design kennzeichnet eine um 120 Millimeter vorgezogene Fahrzeugfront, mit der MAN die neuen EU-Längenvorgaben für Zero-Emission-Fahrzeuge zur Optimierung von Aerodynamik und Sicherheit nutzt. Zudem ist bei gleichen Abmessungen und Gewichten der einzelnen NMC-Batteriepakete die Kapazität gewachsen: Hieß die Rechnung bisher 89 kWh (brutto) pro Paket, so sind es nun 92 kWh. Außerdem spricht MAN davon, dass dank verbesserter Zellchemie die Nutzkapazität zugelegt hat: Waren bislang 80 der 89 kWh Bruttokapazität als nutzbar ausgewiesen, so sind es jetzt 88 der 92 kWh – also über 95 Prozent.
Auch die Rekuperations- beziehungsweise Dauerbremsleistung hat nach Angaben der Münchener um bis zu 20 Prozent zugelegt. Für die neue 440-kW-Spitzenmotorisierung gibt MAN eine maximale Rekuperationsleistung von 480 kW an, für die ebenfalls neuen Motorisierungen mit 360 und 290 kW entsprechend Rekuperationsleistungen von bis zu 420 beziehungsweise 320 kW.
Effizienter, leistungsfähiger und mit verbesserter Sicht
Unterm Strich, mit der verbesserten Aerodynamik, der höheren Rekuperationsleistung und der gesteigerten Nutzkapazität, soll der neue MAN eTGX bis zu drei Prozent effizienter als das Vorgängermodell unterwegs sein und somit auch mehr Reichweite bieten. Geladen wird weiterhin nach CCS-Standard mit bis zu 375 kW oder über einen MCS-Ladeanschluss mit bis zu 750 kW.
Beim neuen Design betont MAN auch den tiefer gezogenen Frontscheibenrahmen, der zusammen mit einem steiler zur Scheibe hin abfallenden Armaturenbrett und dem Tiefsichtfenster in der Beifahrertür bereits die Grundlage für die Einhaltung der in 2029 kommenden neuen Direktsicht-Vorgaben schafft. Diese Maßnahmen sind dann auch für den konventionellen TGX zu erwarten, der vorgewölbte Bug nicht unbedingt.
„Mit dem neuen MAN eTGX machen wir den nächsten großen Schritt auf dem Weg zur Dekarbonisierung des Fernverkehrs“, sagt Alexander Vlaskamp, Vorsitzender des Vorstands von MAN Truck & Bus. „Die Kombination aus neuer Batteriegeneration, nochmals höherer Reichweite, Megawatt-Laden und einem konsequent auf Effizienz ausgelegten Fahrzeugdesign schafft für unsere Kunden einen spürbaren wirtschaftlichen Mehrwert im täglichen Einsatz. Zugleich verbessern wir die direkte Sicht und damit die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.“
644 kWh für Dreiachs-Sattelzugmaschinen möglich
Bei den eingangs erwähnten 6×2*4-Sattelzugmaschinen mit siebtem Batteriepaket ist selbiges quer hinter dem Fahrerhaus angeordnet. Es bietet ebenfalls 92 kWh Bruttokapazität, hat aber eine flachere und langgezogenere Bauform als die Standardpakete für die Montage am Rahmen. Mit dann 644 kWh (616 kWh nutzbar) hält MAN rund 600 Kilometer Reichweite unter alltäglichen Fernverkehrsbedingungen für realistisch, was sich auch mit bisher eingefahrenen Verbräuchen der Truckexperten-Redaktion deckt.
In Kombination mit der neuen 440-kW-Motorisierung sieht MAN in wendigen 6×2*4-Sattelzugmaschinen mit sieben Batterien und einer Sattellast von 15 Tonnen zudem eine leistungs- und reichweitenstarke Antwort auf künftig höhere zulässige Gesamtgewichte bei unveränderten Achslastlimitierungen.
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Bild: MAN
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