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Viel Detailarbeit: MAN auf der IAA Transportation 2026

von | 29. Juli 2026

Bild: MAN

Von außen die sichtbarste Neuerung: MAN TGX mit Optiview Basic, eine neue Alternative mit Kameras und konventionellem Frontspiegel.

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Unter dem Motto „Driving. People. Partner.“ präsentiert MAN auf der IAA 2026 sein Van- und Truck-Portfolio von 3,5 bis 250 Tonnen. Bei der schweren Fraktion stehen vor allem Detailarbeiten und Weiterentwicklungen im Mittelpunkt.

Wenn es um höhere Effizienz geht, verweist MAN an erster Stelle auf Verbesserungen beim vorausschauenden Tempomat EfficientCruise mit der Zusatzfunktion PredictiveDrive. Das System ist für alle Baureihen vom TGL bis zum TGX im Angebot, ob mit Diesel- oder E-Motor.

Das GPS-gestützte System erfasst mit Hilfe dreidimensionaler Karten den Streckenverlauf der gewählten Navigationsroute bis zu drei Kilometer im Voraus und wählt die optimale Fahr- und Schaltstrategie. Neben Steigungen, Gefällen und Streckenführung wird auch die Verkehrsinfrastruktur berücksichtigt, etwa in Form von Kreisverkehren, Kreuzungen und Tempolimits. Im Zusammenspiel von Dauerbremse beziehungsweise Rekuperation und Betriebsbremse passt das System die Geschwindigkeit an und beschleunigt anschließend automatisch auf das erlaubte Tempo.

Kleinere Schwächen hat sich das System in der Vergangenheit beim Einschätzen sehr langer Steigungen erlaubt (Experten-Test: Neuer Herzschlag im MAN TGX) – wie das nach der jüngsten Weiterentwicklung aussieht, wird sich bei kommenden Testfahrten zeigen. MAN ist jedenfalls vollauf überzeugt: Gegenüber dem manuellen Betrieb sollen mit dem System je nach Einsatzprofil, Topografie und Gewicht nun Kraftstoff- beziehungsweise Energieeinsparungen von rund fünf bis neun Prozent möglich sein.

Mehrere Neuerungen im Detail

Als weitere Detailmaßnahmen nennt MAN automatische Over-the-Air-Kartenupdates, die nächste Generation des Notbremsassistenten EBA Advanced (angepasst an die ab September 2028 geltenden Anforderungen) und einen weiterentwickelten Abbiegeassistenten, der gefährdete Verkehrsteilnehmer im Seitenbereich noch früher erkennen soll. Ergänzt wird das Sicherheitspaket durch die Seitenraumüberwachung mit Ausstiegswarner, die vor sich von hinten nähernden Radfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern warnt.

Für die EU bietet MAN den Notbremsassistenten jetzt ausschließlich als nicht dauerhaft abschaltbare Version an. Der Fahrer hat nur noch die Möglichkeit, das System kurzzeitig zu deaktivieren – nach 15 Minuten erfolgt eine automatische Reaktivierung.

Ein neues, kameragestütztes Driver Monitoring System soll Ablenkung und Ermüdung des Fahrers anhand von Blickrichtung, Fahrverhalten und Spurtreue erkennen und vor kritischen Situationen warnen. Die Aufmerksamkeitsbewertung beeinflusst zudem das Reaktionsverhalten des Notbremsassistenten und lässt diesen gegebenenfalls frühzeitiger eingreifen.

MAN folgt mit der Müdigkeits- und Ablenkungsüberwachung wie andere Hersteller auch den neuen gesetzlichen Anforderungen. Dass die Reaktionen der Fahrer, gelinde gesagt, gemischt ausfallen dürften, steht auf einem anderen Blatt.

Kamerasystem künftig mit oder ohne Frontspiegel

Das digitale Spiegelersatzsystem OptiView erweitert MAN um eine Basic-Variante mit konventionellem Frontspiegel. Die Münchener liegen damit künftig auf einer Linie mit DAF, wo der zusätzliche Frontspiegel-Ersatz ebenfalls zur Wahl steht. Daimler und Volvo lassen den Frontspiegel grundsätzlich dran, weil, so die Argumentation, der weitere (kostspielige) Kameraeinsatz keine zusätzlichen aerodynamischen Vorteile bringt.

Ebenfalls neu ist eine Anhängerstabilitätsbremse für Fahrten im Gelände mit Elektro- oder Diesel-Lkw. Ausschließlich Diesel-Antriebssträngen ist eine vereinfachte Aktivierung der Geländeuntersetzung per Taster oder Fahrprogramm vorbehalten, ebenso eine neue Splitverstellung am Nebenantrieb, mit der sich unterschiedliche Drehzahlbereiche vom Fahrerarbeitsplatz aus einstellen lassen. Bisher war das nur mittels Umprogrammierung in der Werkstatt möglich. Eine neue elektronische Kraftstoffdiebstahlsicherung gibt’s für Diesel wahlweise obendrein.

Für den Einsatz von E-Lkw verweisen die Münchener auf 50 zusätzliche Charge&Go-Standorte in Europa, unter anderem in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Portugal. Zudem gibt MAN auf der IAA einen Ausblick auf neue Anwendungen wie bidirektionales Laden und zeigt mit dem Smart Charging Cube Lösungen für Standorte, an denen leistungsfähige Netzanschlüsse bislang nicht verfügbar sind.

„Jeder eingesparte Liter Kraftstoff zählt – für die Wirtschaftlichkeit unserer Kunden ebenso wie für die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Fahrzeugbetrieb. Mit dem Modelljahr 2026 machen wir unsere Trucks durch intelligente Funktionen wie PredictiveDrive noch effizienter und ergänzen dies um neue Assistenzsysteme für ein weiteres Plus an Sicherheit“, fasst Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus, zusammen.

Weitere Informationen:
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