Mack Trucks: Im Westen viel Neues
Die komplett neue Baureihe Keystone, die neue Generation der Granite-Baufahrzeuge und der Serienstart des runderneuerten Mack Anthem: US-Hersteller Mack Trucks, Tochterunternehmen von Volvo, hat auf der diesjährigen ConExpo (3. bis 7. März in Las Vegas) gleich mehrere Neuheiten verkündet.
Doch der Reihe nach. Mit der Serie Keystone („Grundpfeiler“) hat Mack neue Sattelzugmaschinen für den On- und Off-Highway-Einsatz vorgestellt. Benannt nach dem Keystone-State Pennsylvania (einst im Zentrum der 13 US-Gründerstaaten), soll die Baureihe neben den USA und Kanada auch in Lateinamerika und weiteren ausgewählten Märkten erhältlich sein. In Pennsylvania, genauer gesagt im Werk Lehigh Valley Operations (LVO) in Macungie, baut Mack alle schweren Modelle für Nordamerika und den Export.
„Mit dem Keystone bieten wir unseren Kunden ein Fahrzeug an, das in unwegsamem Gelände genauso leistungsfähig ist wie auf der Autobahn“, sagt Stephen Roy, Präsident von Mack Trucks. Gemünzt auf Einsätze in der Bau-, Forst-, Kommunal- und Landwirtschaft, baut der Keystone auf dem Erbe des Mack Pinnacle auf, soll aber bis zu sechs Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Der Keystone teilt sich dafür eine neue einheitliche Plattform mit den Granite-Baufahrzeugen sowie den On-Highway-Modellen Pioneer und Anthem.
Als Allrounder für den On- und Offroad-Einsatz verfügt der Keystone über hohe Bodenfreiheit, große Böschungswinkel und das Luftfederungssystem „Maxride“. Verfügbar sind die Konfigurationen 4×2, 6×4 (in Nordamerika eher die Regel), 8×4 und 8×6. Das kurze Tagesfahrerhaus lässt sich um einen 44- oder 66-Zoll-Sleeper erweitern (rund 112 oder 162 Zentimeter langes Schlafabteil) und optional mit einem Kamera-Monitor-System bestücken. Standardmotor ist der Mack MP13 (alias Volvo D13) mit bis zu 547 PS und 2.643 Nm Drehmoment (1.950 lb-ft). Auch das automatisierte Schaltgetriebe mDrive hat schwedische Wurzen und basiert auf dem Volvo I-Shift. Alternativ bietet Mack eine Allison-Automatik an.
Der Verkauf des Keystone startet voraussichtlich Ende September, dann auch mit den neuesten Assistenz- und Sicherheitssystemen (ADAS), die Mack im Paket „Protect“ zusammengefasst und mit den Straßenrollern Pioneer und Anthem eingeführt hat. Wesentliche Bestandteile sind Frontkamera und Frontradar sowie eine 270-Grad-Radarabdeckung auf Beifahrer- und Fahrerseite, wie man das von einigen europäischen Trucks kennt (wobei die Radarerfassung auf der Fahrerseite noch nicht überall Standard ist).
Schon etwas früher als den Keystone, mit Beginn des zweiten Halbjahrs, können Mack-Kunden die neue Generation des Baustellen-Spezialisten Granite bestellen. Die Produktion, ebenfalls mit optionalem Protect-Paket, soll im Januar 2027 anlaufen.
„Der neue Mack Granite verkörpert alles, wofür Mack steht: Langlebigkeit und kompromisslose Leistung für härteste Aufgaben“, kommentiert Stephen Roy. Mack betont eine völlig neue Kabine aus verzinktem Stahl, deutlich größer das Vorgängermodell und mit mehr Komfort für den Fahrer. Bei der Konstruktion haben sich die Amerikaner am strengen schwedischen Pendelschlagtest orientiert (Mutterkonzern Volvo lässt grüßen), inklusive neuer einteiliger und gewölbter Windschutzscheibe.
Für die Neugestaltung des Interieurs hatte Mack eine unabhängige Studie unter Berufskraftfahrern in Auftrag gegeben, mit Feedback insbesondere zu Ergonomie, Anordnung der Bedienelemente und Sichtverhältnisse. „Alles in der Kabine wurde um den Fahrer herum entworfen“, sagt Vince Lokers, Chefdesigner bei Mack Trucks. „Wir haben uns darauf konzentriert, ein fahrerorientiertes Layout mit umlaufenden Bedienelementen und guter Sicht zu schaffen.“
Herausgekommen sind drei Ausstattungsvarianten mit Neuerungen wie Schaltung via Lenksäulenhebel, elektronische Parkbremse, neues digitales Kombiinstrument, größerer Lenkrad-Verstellbereich und ein optionaler, klimatisierter Luxussitz mit Massagefunktion. Ausreichend USB-C-Anschlüsse, Zusatzsteckdosen und eine kabellose Ladeschale fürs Mobiltelefon stehen bei nordamerikanischen Fahrern heutzutage ebenfalls hoch im Kurs.
Einzug gehalten haben außerdem Front- und (optionale) Seitenairbags, ein neuer Edelstahl-Frontgrill sowie LED-Scheinwerfer, wahlweise mit Kurvenlicht. Serie ist auch eine E911-Auto-Call-Funktion, die automatisch den Rettungsdienst alarmiert, falls ein Airbag auslöst und/oder das System einen Überschlag oder eine Kollision erkennt.
Auch beim Granite ist optional ein Kamera-Monitor-System verfügbar, wobei das Sekundärdisplay für den Anschluss von bis zu fünf Kameras rund um das Fahrzeug ausgelegt ist. Als höchste Ausbaustufe soll ab Ende 2027 „Mack Command View“ mit einer 360-Grad-Sicht um den Lkw bestellbar sein.
Die kurze Day Cab im BBC-Maß von 113,5 Zoll (knapp 2,90 Meter von Stoßstange bis Kabinenrückwand) lässt sich um einen 44-Zoll-Sleeper verlängern, die bestellbaren Radformeln mit Maxride-Luftfederung lauten 4×2, 6×4, 8×4, 8×6 und 10×4. Neben dem MP13-Motor mit mDrive (wahlweise mit Crawler) bietet Mack im Granite auch den Cummins X10 mit bis zu 457 PS an, kombiniert mit einem Allisongetriebe.
In Las Vegas ebenfalls im Gepäck hatte Mack die neue Generation des auf den Regionalverkehr zugeschnittenen Anthem. Nach der Vorstellung im Juni 2025 ging die überarbeitete Baureihe im Januar 2026 in Produktion.
Auch beim Anthem besteht die Wahl zwischen einer kurzen Day Cab im BBC-Maß von 113,5 Zoll und der Verlängerung mit einem 44- oder 64-Zoll-Sleeper. Grundsätzlich ist das Fahrerhaus 9 Zoll (knapp 23 Zentimeter) breiter als beim Vorgänger und soll dank neu gestalteter Motorhaube eine bessere Sicht nach vorne bieten.
Antriebsquelle ist der Mack MP13 oder der Mack MP13 HE (alias Volvo D13 beziehungsweise Volvo D13 Turbocompound) mit bis zu 522 PS und kombiniert mit dem automatisierten mDrive-Getriebe. Verfügbare Fahrprogramme wie Economy, Economy+ und Performance dürften auch europäischen Volvo-Fahrern bekannt vorkommen. Fortschrittlichstes Assistenz-Paket ist das Mack Protect Premier, inklusive aktivem Lenkassistent (auf der Basis von Volvo Dynamic Steering). Verfügbar ist der Anthem als 4×2, 6×2 und 6×4.
Analog zur europäischen Volvo- und Renault-Verwandtschaft bietet auch Mack rund um die Fahrzeuge eine breite Palette an Telematik- und Konnektivitätsdiensten an, inklusive Over-the-Air-Updates, Ferndiagnose und der mobilen App „MyMack“ für Disposition und Fahrer.
Bild: Mack Trucks 







