Neuer Powerliner-Triebstrang von Mercedes-Benz Trucks
Mit dem Powerliner stellt Daimler Truck auf der IAA Transportation eine neue Generation des konventionellen Triebstrangs für den Fernverkehr vor. Das von Mercedes-Benz Trucks als Gesamtsystem aus Motor, Getriebe und Achse entwickelte Antriebskonzept soll eine gesteigerte Kraftstoffeffizienz mit mehr Leistung, höherem Drehmoment und einem verbesserten Fahrerlebnis verbinden.
Als technische Neuerungen nennt Mercedes-Benz Trucks unter anderem ein neues Verbrennungskonzept, optimierte Turbolader, neue Getriebegenerationen sowie eine konsequent auf niedrige Motordrehzahlen ausgelegte Antriebsstrategie. Das Ergebnis, laut Hersteller: Kraftstoffeinsparungen von bis zu vier Prozent, niedrigere Betriebskosten sowie eine verbesserte Durchzugskraft und Fahrbarkeit im täglichen Einsatz.
Das Schlagwort Euro 7 fällt in der Ankündigung zwar nicht, aber Daimler Truck betont, dass die neue Antriebsgeneration mit den 10,7- und 12,8-Liter-Sechszylindern OM 470 und OM 471 „mit Blick auf kommende regulatorische Anforderungen entwickelt“ wurde. Insbesondere ist der Powerliner als Teil der eigenen globalen Heavy-Duty-Motorenplattform zu sehen, auf der auch die neue Detroit-Gen-6-Motorenfamilie für den nordamerikanischen Markt basiert (siehe Daimler Truck: Neue Motorengeneration für Nordamerika). Mit dem marken- und regionsübergreifenden Technologieansatz will Daimler Truck Skaleneffekte nutzen und zentrale Antriebskomponenten gemeinsam für unterschiedliche Anwendungen weltweit entwickeln.
Die neuen OM 470- und OM 471-Motoren werden weiterhin im Mercedes-Benz Werk Mannheim produziert. Ab April 2027 soll die neue Antriebsgeneration in allen Mercedes-Benz Actros und Arocs verfügbar sein.
Neue und weiterentwickelte Sicherheitssysteme
Im Bereich aktiver Sicherheit erweitert Mercedes-Benz Trucks das Angebot mit den Systemen Active Cross Traffic Assist und Active Side Guard Assist 3. Während der Active Cross Traffic Assist vor erkannten Kollisionsgefahren durch schnelle, querende Fahrzeuge und Motorräder warnen soll, umfasst der Active Sideguard Assist 3 erstmals auch eine Funktion für das Abbiegen über die Fahrerseite mit automatisierter Bremsunterstützung.
Darüber hinaus präsentiert Daimler Truck den weiterentwickelten Active Drive Assist 3 für das teilautomatisierte Fahren in allen Mercedes-Benz Actros. Als Neuerungen nennt der Hersteller unter anderem eine Schnellabschaltung der lenkenden Assistenzfunktionen über eine Lenkradtaste, die Speicherung individueller Fahrereinstellungen sowie eine weiterentwickelte aktive Spurrückführung. Ergänzt wird das Portfolio durch den kamerabasierten Ablenkungs- und Müdigkeitswarner Attention Assist 2.
Autonomes Fahren, Megawattladen und ein politischer Appell
Gemeinsam mit dem Tochterunternehmen Torc treibt Daimler Truck auch die Entwicklung autonomer Transportlösungen voran, wobei der Fokus aktuell auf dem US-amerikanischen Fernverkehr liegt. Auf die gegenwärtig laufenden Erprobungen sollen bereits 2027 die ersten kommerziellen Anwendungen folgen, die Skalierung ist ab 2028 vorgesehen.
Über den Ladeinfrastruktur-Entwickler Milence, einem Joint Venture von Daimler Truck, Volvo und Traton, beteiligen sich die Stuttgarter in Hannover auch an praktischen Vorführungen in Sachen Megawatt-Laden.
Ein weiterer zentraler Punkt ist politischer Natur und betrifft die EU-CO2-Ziele 2030: Der Markthochlauf alternativer Antriebe vollzieht sich viel zu langsam, um die Klimaziele der Europäischen Kommission erfüllen zu können (eine Reduktion der CO₂-Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge um 43 Prozent bis 2030 gegenüber dem Jahr 2019). Somit drohen den Herstellern immense Strafzahlungen, die sich im Fall Mercedes-Benz Trucks auf rund 120 Millionen Euro pro verfehltem Prozentpunkt belaufen würden. Daimler Truck fordert daher eine vorgezogene Revision der CO₂-Regulierung, in der die Ziele an den realen Rahmenbedingungen ausgerichtet werden – also an der Verfügbarkeit der Infrastruktur und den Gesamtbetriebskosten der Kunden.
Batterieelektrik, Brennstoffzellen, ein Jubiläum und das Militär
Wie bereits zuvor angekündigt, liegen die weiteren IAA-Schwerpunktthemen auf den batterieelektrischen Modellen (inklusive eActros Lowliner) und den Brennstoffzellen-Lkw NextGenH2 Truck (zu denen Daimler Truck parallel den Aufbau eines Wasserstoff-Ökosystems vorantreibt). Außerdem feiert Daimler Truck das 130-jährige Lkw-Jubiläum (den ersten Lkw überhaupt baute Gottlieb Daimler anno 1896) mit der auf 400 Fahrzeuge limitierten „130 Years Trucks Edition“ – wahlweise als Actros L oder eActros 600. In Hannover präsent ist auch die neue Dachmarke Daimler Truck Defence für die weltweiten Aktivitäten im Verteidigungsbereich. Bis 2028 soll die Militärsparte einen Umsatz von einer Milliarde Euro erreichen. Weitere Informationen zu diesen Themen:
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Bild: Daimler Truck
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