Kodiak gibt Gas beim autonomen Fahren
Kodiak AI Inc. („Kodiak“), Anbieter autonomer Fahrzeugtechnologie auf Basis physischer KI, konnte im Frühjahr gleich drei richtungsweisende Projekte vermelden. Im April startete das in Mountain View/Kalifornien ansässige Unternehmen gemeinsam mit Roehl Transport, einem der größten Logistiker in den USA, autonome Transporte zwischen den texanischen Metropolen Dallas und Houston. Die mit dem „Kodiak Driver“ ausgestatteten Fahrzeuge bedienen die rund 400 Kilometer lange Strecke viermal pro Woche.
Im Mai kündigten die Kalifornier an, mit dem Kodiak Driver auch erste Pilotprojekte im Holztransport anzugehen. Partner ist das kanadische Unternehmen Fraser Timber Co. Ltd. („West Fraser“) mit Hauptsitz in Vancouver, British Columbia. Laut Kodiak markiert dieser Schritt nicht nur die Expansion in ein neues Einsatzgebiet, sondern auch die ersten internationalen Aktivitäten außerhalb der USA. Die erste Projektphase mit Transporten aus Waldgebieten zu Verarbeitungsanlagen (auch über schwere Forstwege) sollen noch im Jahresverlauf 2026 starten.
Ebenfalls im Mai konnte Kodiak eine strategische Zusammenarbeit mit General Dynamics Land Systems verkünden. In diesem Fall heißt das Einsatzgebiet autonome Bodenfahrzeuge. Im Rahmen der Zusammenarbeit stellt Kodiak seinen Kodiak Driver für die Integration in militärische Fahrzeugplattformen durch General Dynamics Land Systems bereit. In einem ersten gemeinsamen Projekt hatten die beiden Kooperationspartner das AGV (Automated Guided Vehicle) „Leonidas“ für mobile Anti-Drohnen-Einsätze entwickelt. Die Basis dafür bildete ein 10-Tonner Ford-Pickup der Serie F-600.
Für vielfältige industrielle Anwendungen entwickelt
Kodiak AI, gegründet 2018, zielt mit dem Kodiak Driver auf vielfältige fahrerlose Anwendungen. Der virtuelle Fahrer kombiniert dazu KI-gestützte Software mit modularer und fahrzeugunabhängiger Hardware – darunter auch Sensoren und weitere Komponenten von Bosch (Kodiak und Bosch arbeiten seit Januar 2026 zusammen; im Mittelpunkt der Kooperation steht der Aufbau einer serienreifen autonomen Plattform, die die für den Einsatz des Kodiak Driver erforderlichen Hardware-, Firmware- und Software-Schnittstellen integriert).
Die modulare Technik ist laut Kodiak so konzipiert, dass sie sich neben Straßentransporten im Fernverkehr auch für extreme Einsatz- und Wetterbedingungen eignet, etwa in der Forstwirtschaft oder der Öl- und Gasindustrie. „Wir haben den Kodiak Driver als das vielseitigste autonome System auf dem Markt entwickelt, das alles bewältigen kann – von Autobahnen bis zu den härtesten industriellen Umgebungen, vom trockenen West-Texas bis zu den Wäldern im Westen Kanadas“, sagt Don Burnette, Gründer und CEO von Kodiak.
Nach eigenen Angaben konnte Kodiak den ersten kommerziellen Einsatz im Dezember 2024 im Westen von Texas starten und den Betrieb bis Ende 2025 auf insgesamt 20 fahrerlose Lkw ausweiten. Mit Fertigstellung der notwendigen Sicherheitskonzepte für den Fernverkehr peilt Kodiak den fahrerlosen Regelbetrieb bis Ende 2026 an.








