Autonome Lkw: Japan geht voran
Ein von der japanischen Regierung angestoßenes Projekt zu autonom fahrenden Lkw auf Autobahnen geht in die nächste Runde. Nach dem Start der ersten Fahrversuche im Herbst 2024 haben Ende Oktober 2025 die erweiterten Demonstrationstests begonnen.
Zentraler Punkt sind weiterhin autonome Transporte nach Level 4, also ohne Fahrerbereitschaft bzw. fahrerlos auf bestimmten Strecken. Getestet wird auf der Shin-Tomei-Autobahn, einer wichtigen Ost-West-Verbindung auf der japanischen Hauptinsel Honshu.
Im ersten Schritt pendelten die Versuchsfahrzeuge zwischen ausgewählten Raststätten, inklusive automatisiertem Abfahren und Parken an Start und Ziel. Unterstützend zur Selbstfahrtechnologie in den Fahrzeugen wurden dafür entlang der Strecke auch ITS-Spots („intelligente Transportsysteme“) installiert, die Verkehrs- und Sicherheitsinformationen in Echtzeit übermitteln – beispielsweise Warnungen vor Pannenfahrzeugen oder Gegenständen auf der Fahrbahn.
Die Versuchsfahrzeuge rekrutieren sich aus den Reihen aller vier großen japanischen Lkw-Hersteller: Isuzu, UD-Trucks (Tochterunternehmen von Isuzu), Mitsubishi Fuso (Teil von Daimler Truck) und Hino, die Schwer-Lkw-Sparte von Toyota. Weitere Projektpartner sind die Unternehmen Toyota Tsusho (Gesamtplanung), Advanced Smart Mobility (autonome Fahrsysteme), Nippon Koei (Fahrversuche) und Mizuho Research & Technologies (Logistiksysteme, Datenanalyse).
Die nun gestarteten Tests sollen den Weg ebnen, bereits bis Frühjahr 2027 die ersten autonom fahrende Lkw im Regelbetrieb auf Autobahnen einzusetzen (ein Grund für die Eile ist der auch in Japan immer größer werdende Fahrermangel). Untersucht werden die dafür notwendigen technologischen und betrieblichen Rahmenbedingungen, für die im Anschluss die Formulierung zweier Leitlinien geplant ist: ein „Leitfaden für die Einführung von Lkw mit autonomem Fahren der Stufe 4 auf Autobahnen“ für Infrastrukturanbieter und Lkw-Hersteller sowie ein „Leitfaden zur Nutzung von autonom fahrenden Lkw“ für Logistiker und Transportunternehmen.
In Erweiterung des bisherigen „autonomen Pendelns“ zwischen den beiden Raststätten (siehe Diagramm in der Bildergalerie), wird das Testfeld nun weiter ausgedehnt: Das als realistisch angenommene Gesamtszenario beginnt und endet mit voller Verantwortung des Fahrers, typischerweise beim Be- und Entladen in Autobahn-nahen Industriegebieten. In Streckenabschnitten, in denen die Infrastruktur (noch) kein autonomes Fahren nach Level 4 erlaubt, ist Level-2-Fahren mit Spurhalteassistent und Abstandsregler angesagt. Kommt der Fahrer dann aber in einen Level-4-Streckenabschnitt, gegebenenfalls mit eigener Vorrangspur für autonome Fahrzeuge (auch dieser Punkt wird untersucht), hat er faktisch Pause.
Bild: UD Trucks







