Rosenbauer: Elektro-Feuerwehr schneller am Einsatzort
Feuerwehr-Spezialist Rosenbauer attestiert dem elektrisch angetriebenen Modell RT deutliche Leistungsvorteile gegenüber konventionellen Löschfahrzeugen. Die Grundlage für diese Einschätzung bildet ein einjähriger Praxistest mit einem Rosenbauer RT („Revolutionary Technology“), den die Fire Rescue Victoria (FRV) in Australien im Vergleich mit dieselbetriebenen Löschfahrzeugen der bestehenden Einsatzflotte durchführte. Die Ergebnisse fasst Rosenbauer wie folgt zusammen: schneller am Einsatzort, schneller einsatzbereit und mit ergonomischen Vorteilen gegenüber Dieselfahrzeugen.
Beim Rosenbauer RT handelt es sich um ein 4×4-Löschfahrzeug mit zwei 130-kW-Elektromotoren (jeweils 180 kW peak), 132 kWh Batteriekapazität (2 mal 66 kWh) und einem zusätzlichen Diesel-Range-Extender zur Stromerzeugung bei längeren Einsätzen. Das Fahrzeug verfügt zudem über Einzelradaufhängung und eine zuschaltbare Hinterachslenkung.
Langzeittest im Großraum Melbourne
Die Tests starteten 2025 im Großraum Melbourne. Während der ersten sechs Monate standen 283 Einsätze im dicht bebauten, innerstädtischen Gebiet mit starkem Verkehr und schwierigen Zufahrten an. In der zweiten Testphase fuhren die Teams insgesamt 141 auswertbare Einsätze in vorstädtisch und industriell geprägten Bereichen mit längeren Anfahrtszeiten.
Ziel des Projekts war, die technische Leistungsfähigkeit, Sicherheit, Umweltwirkung und Praxistauglichkeit des RT zu untersuchen und mit den Leistungsparametern konventioneller Löschfahrzeuge zu vergleichen. Dazu wurde der RT im Rahmen eines „Shadowing-Modells“ als zusätzliches Fahrzeug eingesetzt und rückte parallel zu den konventionellen Fahrzeugen zu realen Einsätzen aus. Ergänzt wurde die operative Evaluierung durch eine Kosten-Nutzen-Analyse der Praxisgruppe Deloitte Access Economics. Dabei wurden Anschaffungskosten, Ladeinfrastruktur, Wartung, Energieverbrauch und Fahrzeuglebenszyklen ebenso berücksichtigt wie die wirtschaftlichen Effekte einer verbesserten Einsatzleistung.
Ergebnisse im Detail (alle Angaben laut Rosenbauer):
– der RT erreichte bei 72 Prozent der insgesamt 424 ausgewerteten realen Einsätze den Einsatzort schneller als die konventionellen Diesel-Vergleichsfahrzeuge. Im Durchschnitt benötigte der RT 3 Minuten und 42 Sekunden für die Anfahrt, die Vergleichsfahrzeuge 4 Minuten und 8 Sekunden – ein Zeitgewinn von 26 Sekunden
– hohe Akzeptanz bei den Einsatzkräften: positive Bewertungen insbesondere für die geringeren Geräusch- und Vibrationsbelastungen mit E-Antrieb
– die Analyse von Deloitte Access Economics unterstreicht einen positiven wirtschaftlichen Gesamtnutzen, mit dem sich die Anschaffungskosten des RT laut Modellrechnung innerhalb von rund sechs Jahren amortisieren
„Mit dem vollelektrischen RT erzielen wir Zeitvorteile, die im Einsatz einen entscheidenden Unterschied machen. Jede gewonnene Sekunde kann dazu beitragen, die Brandentwicklung zu begrenzen, Sachschäden zu reduzieren und bei zeitkritischen medizinischen Einsätzen frühere Behandlungsmaßnahmen zu ermöglichen“, fasst Craig Brownlie, Assistant Chief Fire Officer bei FRV, zusammen.
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