Start-up Formic testet automatisierte Schwarmfahrzeuge
Die Formic Transportsysteme GmbH und die CTI Systems S.à r.l. testen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft den automatisierten Dauerbetrieb von Schwerlast-Schwarmfahrzeugen. Laut Formic haben auf dem Werksgelände von CTI in Lentzweiler/Luxemburg drei gekoppelte Module vom Typ C35 bis Ende Juli bereits 100 Kilometer im vollautomatisierten Betrieb zurückgelegt und dabei einen rund acht Tonnen schweren Lastkörper bewegt. Die Dauertests werden weitergeführt, ein erster gemeinsamer Kundeneinsatz ist für das zweite Quartal 2027 geplant.
Das Konzept hinter den Schwerlast-Schwarmfahrzeugen des Karlsruher Start-up Formic sieht vor, dass sich mehrere kompakte AGV flexibel an einer Last anordnen, kalibrieren und wie ein einzelnes großes Fahrzeug steuern lassen. Für die Module der Serie C35 gibt Formic eine Traglast von bis zu 3,5 Tonnen an, im Verbund entsprechend ein Vielfaches. Die Idee ist, auch große und sperrige Lasten auf engstem Raum zu bewegen, ohne ein aufwendiges Spezialfahrzeug einsetzen oder überhaupt erst konstruieren zu müssen.
Laut Formic kamen die Schwarmfahrzeuge bisher vor allem dort zum Einsatz, wo sich Transportwege selten wiederholen und der Automatisierungsgrad eine untergeordnete Rolle spielt – etwa beim Bewegen einzelner Maschinen oder Großbauteile über kurze Distanzen. Partner CTI Systems, Spezialist für automatisierte Intralogistik- und Materialflusssysteme, verschiebt den Fokus dagegen in Richtung regelmäßiger schwerer und sperriger Lasten, für die es ansonsten individuell entwickelte Spezialfahrzeuge bräuchte.
Im aktuellen Test werden die batterieelektrischen Formic C35 durch eine übergeordnete Steuerung im Verbund automatisiert bewegt. Erprobt werden sollen Reichweite, Verschleißverhalten und die Zuverlässigkeit der Steuerung unter realistischen Einsatzbedingungen.
„Mit den Dauertests bei CTI machen wir einen Sprung von punktuellen Schwerlasttransporten hin zum dauerhaften, automatisierten Schwarmbetrieb“, sagt Maximilian Hochstein, Geschäftsführer Formic Transportsysteme GmbH. „Dass unsere Fahrzeuge dabei bereits 100 Kilometer unter harten Bedingungen zurückgelegt haben, ist für uns die Bestätigung, dass unser Konzept auch im Dauereinsatz funktioniert.“
Laurent Bissen, EVP Technology Development bei CTI Systems, ergänzt: „In unseren Projekten haben wir es regelmäßig mit schweren, sperrigen Lasten zu tun, für die bisher individuelle Spezialfahrzeuge entwickelt werden mussten. Der Schwarmansatz von Formic bietet uns eine deutlich flexiblere Alternative – und die ersten Testergebnisse zeigen, dass diese Flexibilität nicht zulasten der Robustheit geht.“







