Scania präsentiert neues Hybrid-Konzept
Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 (15. bis 19. Juni in Paris) hat Scania ein neues Hybrid-Konzept vorgestellt. Während es im zivilen Programm ziemlich ruhig um den Hybridantrieb geworden ist, sieht Scania im Verteidigungsbereich handfeste Vorteile: volle operative Flexibilität mit dem Verbrenner, nahezu geräuschlose Schleichfahrt im Elektrobetrieb und die Möglichkeit zur lokalen Stromversorgung ohne zusätzlichen Dieselgenerator.
„Hybridtechnologie kann in Verteidigungsanwendungen wichtige operative Vorteile bieten“, unterstreicht denn auch Sara Forsberg, CTO und Leiterin von Scania R&D. Das auf der Eurosatory vorgestellte Hybridfahrzeug ist Teil eines gemeinsamen Entwicklungsprojekts mit der Regierungsbehörde FMV (die schwedische Verteidigungsmaterialverwaltung), die noch zwei weitere Scania Hybrid geordert hat.
Der Plug-in-Parallhybrid dient auch als Energiestation
Vom Grundkonzept her handelt es sich um einen Plug-in-Parallelhybrid, bei dem der Verbrenner und der Elektromotor das Fahrzeug separat oder gemeinsam antreiben können. Der E-Antrieb liefert 200 kW Nenn- und kurzzeitig 290 kW Spitzenleistung, die rein elektrische Reichweite beziffert Scania mit etwa 70 bis 80 Kilometern.
Das Fahrzeug kann auch als mobile Energiestation dienen, beispielsweise für Kommando-, Sensor- und Kommunikationsgeräte – und das leise, ohne verräterischen Dieselgenerator. Laut Scania kann das Fahrzeug mit einer Batteriekapazität von 208 kWh rund vier Stunden lang eine kontinuierliche Wechselstromversorgung gewährleisten. Im Leerlauf des Verbrenners soll sich die Batterie dann in etwa 45 bis 60 Minuten wieder von 0 auf 100 Prozent aufladen lassen. Vorhanden sind Steckdosen für 230 und 400 V Wechselstrom, darüber hinaus ein elektrischer (bis 60 kW) und mechanischer (bis 220 kW) Nebenabtrieb.
Geschütztes Fahrerhaus als weitere Neuvorstellung
Neben geländegängigen 4×4- und 8×8-Fahrgestellen sowie 8×4-Schwerlastzugmaschinen mit Mannschaftsfahrerhaus (Crew Cab) hat Scania auf der Eurosatory auch ein neues geschütztes Fahrerhaus in den Fokus gerückt. Die modular aufgebaute Fahrerhauspanzerung soll die Aspekte Schutz, Sicht und Fahrerkontrolle bei schwierigen Gelände- oder Wetterbedingungen optimal verbinden. Dabei sind je nach Einsatzanforderungen verschiedene Schutzstufen konfigurierbar.
Zu haben ist das geschützte Fahrerhaus für 4×4-, 6×6- und 8×8-Konfigurationen. Die Fertigung ist in den regulären Produktionsablauf von Scania integriert und basiert auf demselben modularen Baukasten wie das übrige Scania-Produktportfolio. Damit sollen einheitliche Schnittstellen und Ersatzteile sowie etablierte Service- und Supportstrukturen auch für die Militärfahrzeuge gegeben sein.
Bild: Scania
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