ZF orientiert sich neu
Mit der Vorlage des Geschäftsberichts 2025 hat die ZF Friedrichshafen AG eine Weiterführung der bereits begonnenen Neuausrichtung angekündigt. Zu den bisher vollzogenen Schritten zählt unter anderem die Veräußerung der Geschäftseinheit für Fahrerassistenzsysteme (ADAS) an den US-amerikanischen Innenraumelektronik-Spezialisten Harman. Als Unternehmenswert wurden 1,5 Milliarden Euro vereinbart, der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Ein maßgeblicher Schritt war im vergangenen Herbst auch die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern zur Restrukturierung der Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (E) aus eigener Kraft. Die Division bleibt integraler Bestandteil von ZF, wobei die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und das Produktprogramm weiterentwickelt werden soll.
E-Mobilität entwickelt sich zu langsam
Die operative Performance der Division habe sich im Vergleich zu 2024 zwar signifikant verbessert, was aber zu einem Gutteil aus Einsparungen zu Lasten der Beschäftigten resultiert. „Das sind keine einfachen Zeiten“, sagt ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. „Umso mehr danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Teamgeist und ihr großes Engagement, ZF wieder in die Erfolgsspur zu bringen.“
Im Kontext der Restrukturierung der Division E hat sich ZF mit verschiedenen Kunden darauf geeinigt, mehrere Projekte vorzeitig zu beenden, die aufgrund des langsameren Hochlaufs der E-Mobilität nicht die erwartete Profitabilität erreichen. Diese Entscheidung führt laut ZF zu einer Einmalbelastung in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro, was maßgeblich dazu beiträgt, dass das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 einen buchhalterischen Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro ausweist.
„Die Abschreibungen unprofitabler Projekte haben einen Einmaleffekt auf unsere Bilanz für 2025. Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren“, erklärt Miedreich.
Die umfassende Neuausrichtung von ZF spiegelt sich auch in den Beschäftigtenzahlen wider. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte ZF weltweit 153.153 Menschen, rund fünf Prozent weniger als 2024 (161.631). In Deutschland verringerte sich die Mitarbeiterzahl nominell ebenfalls um gut fünf Prozent auf 49.210 (2024: 52.027).
Prognose für 2026: Märkte bleiben sehr verhalten
Die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Jahr wird nach Einschätzung von ZF weiterhin von Unsicherheiten sowie – besonders im Nutzfahrzeugsektor – von einer anhaltenden Marktschwäche geprägt sein. Das Unternehmen rechnet daher nicht mit einem wesentlichen Umsatzanstieg gegenüber 2025. Mathias Miedreich ging bei der Bilanzvorlage auch auf die politischen Rahmenbedingungen ein: „Was uns weiterhin belastet, sind Standortfaktoren. Wir hoffen in Berlin auf eine neue Reformagenda. Und in Brüssel auf Ehrlichkeit in Bezug auf die CO2-Flottengesetzgebung. Die EU-Kommission hat eine Flexibilisierung der Ziele nur angedeutet, setzt ihre industriepolitische Geisterfahrt aber fort. Hier müssen wir dringend nachbessern, gerade was den Plug-in-Hybrid als zentrale Transformationstechnologie angeht, die E-Mobilität von der Reichweitenangst befreit und Beschäftigung sichert.“
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