Hybridgetriebe von ZF im Praxistest
Das neue Hybridgetriebe Traxon 2 Hybrid von ZF, vorgestellt auf der IAA 2024, hat die ersten öffentlichen Fahrtests absolviert. Für die Praxistests konnten europäische Transporteure sowie Mitglieder des BGL den ZF-eigenen Versuchsträger erproben. Laut ZF fiel das Resümee durchgehend positiv aus, vor allem in Hinblick auf mögliche Emissionseinsparungen und die Senkung der Gesamtbetriebskosten.
Das neue System eignet sich für schwere Nutzfahrzeuge sowohl als Vollhybrid- als auch mit Plug-in-Hybridantrieb und orientiert sich technisch eng an der Großserientechnologie von ZF. Im Mittelpunkt steht das Getriebesystem TraXon 2, ergänzt durch einen Elektromotor zwischen Kupplung und Getriebe, der seine Leistung mittels eines Planetengetriebes direkt auf die Eingangswelle überträgt. Der Lkw kann dadurch auch rein elektrisch fahren, zudem unterstützt der E-Motor im Boost-Modus den Verbrennungsmotor und ermöglicht elektrische Rekuperation.
Die elektrische Architektur arbeitet mit einer Spannung von 600 bis 800 Volt, die Dauerleistung beträgt 190 kW, wobei die Spitzenleistung laut ZF deutlich darüber liegt. In Bezug auf den Verbrennungsmotor betont ZF, dass sich das System in verschiedene Fahrzeugarchitekturen integrieren lässt – egal ob Diesel, HVO oder E-Fuels getankt werden, Erdgas oder Biomethan, LPG oder auch Wasserstoff.
„Der Hybrid kommt“
Christian Feldhaus, Leiter der Nutzfahrzeuggetriebesparte bei ZF: „Wir gehen davon aus, dass der Hybrid kommt. In den Anwendungen mit höherer Tagesfahrleistung wird sich der klassische Fernverkehrs-Lkw in Richtung Hybrid-Antriebsstrang orientieren. Die Flotten erreichen ihre CO2-Einsparziele mit dieser Technologie und die Wirtschaftlichkeit stimmt.“
Roger Schwarz, Leiter Abt. Technik des BGL ergänzt: „Der gezeigte ZF-Hybrid stellt für unsere Mitgliedsunternehmen eine praktikable Lösung auf dem Weg zur Voll-Elektrifizierung dar, bis die europäische Ladeinfrastruktur großflächig zur Verfügung steht. Nun sollte das System schnell breitflächig getestet werden und auf die Straße kommen.“
Kalkulationen mit dem VECTO-Simulationstool zeigen laut ZF ein CO2-Reduktionspotenzial von bis zu 47 Prozent im Fernverkehr und bis zu 73 Prozent im Verteilerverkehr, bei entsprechend konsequentem Nachladen. Damit werden die ab 2030 vorgegebenen Flottenziele direkt adressiert und Spediteure profitieren von reduzierten Mautkosten. Entsprechend unterstützt auch ZF die Einordnung des PHEV-Lkws in die europäischen Eurovignetten- und Mautsysteme inklusive einer Gesamtgewichtskompensation, wie sie für E-Lkws bereits umgesetzt wird.
Weitere Informationen:
ZF-Neuheiten zur IAA 2024
Bild: ZF



