Mehrkosten für Klimaschutz und Sanktionen treiben Tankstellenpreise
Zum Jahreswechsel sind die gesetzlichen Anforderungen für mehr Klimaschutz im Verkehr abermals gestiegen. Wie der Wirtschaftsverband Fuels und Energie e.V. (en2x) mitteilt, erhöht sich 2026 zum einen planmäßig die Verpflichtung der Kraftstoffanbieter, die Treibhausgasemissionen zu senken, zum anderen der Zertifikatepreis auf fossile Kraftstoffanteile im nationalen Brennstoffemissionshandel. Darüber hinaus verlangt eine Gesetzesnovelle größere Anteile an erneuerbaren Kraftstoffen.
Zusätzlich zur Energiesteuer verursachte der Preis für ein Zertifikat im nationalen Emissionshandelssystem (nEHS) laut en2x bis Ende 2025 rechnerisch einen CO2-Aufschlag von 13,2 Cent je Liter Benzin und 14,7 Cent für Diesel (zzgl. MwSt.). 2026 und voraussichtlich 2027 sei nun von bis zu 15,6 Cent bei Benzin und bis zu 17,4 Cent bei Diesel auszugehen. Ausgenommen sind erneuerbare Kraftstoffe, für sie müssen keine Emissionszertifikate erworben werden.
Auch die gesetzlichen Anforderungen bei der Treibhausgasminderungsquote für Kraftstoffe sind zum Jahreswechsel gestiegen. Mit der Quote wird die CO2-Minderung festgelegt, die Kraftstoffanbieter Jahr für Jahr für den Klimaschutz im Verkehr leisten müssen, vor allem über eine höhere Beimischung an Biokraftstoffen. Konkret steigt die THG-Quote 2026 von 10,6 auf 12 Prozent.
Zudem hat das Bundesumweltministerium eine Gesetzesänderung zur THG-Quote auf den Weg gebracht. Die Regulierung sieht bereits für 2026 zusätzliche spezifische Anforderungen an die Kraftstoffe vor, die zur Emissionsreduzierung eingesetzt werden. Das parlamentarische Verfahren steht noch aus, doch könnte die Neuregelung rückwirkend ab Jahresanfang gelten. „Unsere Mitgliedsunternehmen müssen sich jetzt schon darauf einstellen und entsprechende Biokraftstoffmengen vorplanen und einkaufen,“ erklärt en2x-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen.
Außerdem ist erstmals eine Beimischungsquote von 0,1 Prozent für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs geplant (mit Steigerung der Quote in den Folgejahren). Somit werden grüner Wasserstoff in der Kraftstoffproduktion beziehungsweise (teure) E-Fuels im Straßenverkehr ab 2026 praktisch verpflichtend.
Last but not least soll in einem weiteren Sanktionspaket der EU gegen Russland der Import von Kraftstoffen, die mit russischem Öl hergestellt wurden, aus Drittländern wie Indien oder der Türkei verboten werden. Diese Embargoverschärfung und die daraus resultierende Angebotsverknappung dürften ebenfalls Einfluss auf die Einkaufspreise nehmen, insbesondere von Diesel.
Steuererhöhungen auch für (Bio-)Methan
Auch methanbasierte Kraftstoffe, die vorrangig im Nutzfahrzeugbereich zum Einsatz kommen, verteuern sich: Die Energiesteuer für diese Kraftstoffe ist zum 1. Januar 2026 um knapp 6 Cent gestiegen – für Erdgas ebenso wie für Bio-Methan. Diese Steuererhöhung geht auf das Jahr 2017 zurück, als der Bundestag für die gasförmigen Kraftstoffe zunächst eine Senkung der Energiesteuer auf 17,79 Cent je kg beschlossen hatte. Bestandteil des Beschlusses war aber auch, dass der Steuersatz ab 2024 schrittweise wieder angehoben wird.
„Die Tatsache, dass Methan in komprimierter oder verflüssigter Form an deutschen Tankstellen heute zu fast 100 Prozent als regeneratives Bio-CNG und Bio-LNG verfügbar ist, hat in der Politik leider nicht zu einem Umdenken geführt“, kommentiert Christian Küchen. Helfen würde dem Klimaschutz und am Ende auch den Verbrauchern eine Reform der Energiebesteuerung, bei der erneuerbare Kraftstoffe, seien sie gasförmig oder flüssig, deutlich niedriger besteuert würden als der fossile Anteil in den Kraftstoffen. „Die EU-Kommission hatte bereits im Sommer 2021 dazu einen guten Vorschlag erarbeitet, der immer noch nicht umgesetzt wurde.“
Grafik: en2x 





